Marbach- Marbachegg
Offenbar scheinen meine Reiseberichte die Leser der TVA-Zeitung noch nicht zu langweilen, hier mein neunter Beitrag als Reiseberichterstatter.
Doch nun zu unserer Reise. Die nun schon länger andauernde Schönwetterperiode bereitete der Reiseleitung kein Bauchweh unseren Ausflug wie geplant durchzuführen.
31 Kameraden fanden sich frühmorgens am Bahnhof ein um im brandneuen Marti-Car Platz zu nehmen. Ich war etwas erstaunt ob der grossen Teilnehmerzahl, darunter auch vier Mitglieder der Männerriege, die vor ihrem Uebertritt in unsere Riege offenbar die Luft bei uns erschnuppern wollten. Interessant in diesem Zusammenhang , dass das unspektaktuläre Reiseziel fast doppelt so viele Teilnehmer wie die letztjährige Reise zu begeistern vermochte. Liegt der Grund dazu im zunehmenden Alter, welches offenbar auf einfache, nicht zu weit liegende und bequem zu erreichende Reiseziele tendiert?
Pünktlich um 8.00 Uhr startete der Car und führte uns über Kirchberg – Burgdorf – Huttwil wo ausgangs der Ortschaft die neuen Produktionsstätte der Flyerfirma Biketec zu erkennen war. Neben dem vor zwei Jahren erstellten Neubau wurde vor wenigen Wochen ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen und die Produktionsfläche auf 15’000m2 verdoppelt um damit den Output von täglich 300 Rädern sicherzustellen. (Diese Angaben habe ich dem NZZ-Folio vom Juli 2011 entnommen) Weiter gings nun durchs Luzerner Hinterland ins schmucke Städtchen Willisau, um hier endlich den ersehnten Kaffee mit dem obligaten Gipfeli geniessen zu können. Viele Kameraden waren zum ersten Mal hier und im anschliessenden Rundgang durchs Städtchen zogen wir einige Vergleiche mit Aarberg. Aufgefallen ist uns die grössere Anzahl an 4-achsigen Gebäuden, einige mit Querschildern, einem kleineren Innenraum zwischen den beiden imposanten Stadttoren, leider ist dieser Platz durch viele Autos stark beeinträchtigt. Was uns ferner auffiel, ist der reichhaltige Branchenmix der Ladengeschäfte, welcher deutlich grösser ist als bei uns.
Nach der Rast fuhren wir weiter über Wolhusen durchs Entlebuch nach Marbach. Hier konnten wir die Kabinenbahn besteigen, die uns zu unserem Reiseziel Marbachegg brachte.
Die Aussicht, die wir hier geniessen konnten wird östlich von der imposanten Schrattenfluh dominiert, südlich erhebt sich der massive Hohgant, daneben erkennen wir einen Teil des Eigers, die übrigen Alpengipfel verdeckt uns der Hohgant, während das Brienzer Rothorn sich hinter dem Schibengütsch versteckt.
Dann war es Zeit, dass wir uns nun zu Tisch setzen um unsere knurrenden Mägen zu besänftigen. Dank dem Einheitsmenu mit Braten,Gemüse und Kartoffelgratin sind jegliche Missverständnisse, die sich beim Ankreuzen von zwei Menus ergeben könnten, ausgeschlossen. Die aufgetragenen Speisen und das Dessert schienen allgemein zu munden, wurde doch von einigen der offerierte Nachschlag benützt. Die eingeplante Zeit von zwei Stunden für das Mittagessen erwies sich als zu knapp angesetzt, Küche und Service waren für die Bewirtung einer grossen Gruppe stark gefordert.
Nach dem Essen traten einige mutige Kameraden zum Abfahrtstest mit Go-Kart-ähnlichen Gefährten an und stürzten sich mutig in die Tiefe und meisterten die Bretter- bzw. Betonpiste unfallfrei um sich dann bequem mit dem Schlepplift hochziehen zu lassen.
Kaum war dieser Spektakel vorbei wurden die wanderlustigen und -fähigen diskret aufgefordert sich zum Abmarsch nach Marbach bereit zu machen. Die Wanderkolonne zog sich auf der sanft abfallenden Strasse bald in die Länge, weil der Einte den Inhalt des Rucksackes zum Teil verlor und ein Anderer sich hinter die Büsche absetzen musste. Die Strasse präsentierte sich leider in der ganzen Länge als durchgehend asphaltiert und aus diesem Grunde alles andere als verkehrsfrei, in engen Kurven mussten wir uns bei entgegenkommenden Lastwagen hinter die Leitplanken flüchten. Die möglichen Abkürzungen waren entsprechend steil und wegen des dichten Wurzelwerkes auch nicht besonders angenehm zu begehen. Doch nach knapp 2 Stunden meisterten alle 20 Wanderer die 600m betragende Höhendifferenz nach Marbach hinab um hier das wirklich wohlverdiente Bier zu genehmigen zusammen mit den übrigen Kameraden, die sich mit der Gondelbahn chauffieren liessen.
Es ist dies immer eine besondere Herausforderung an die Planer des Ausfluges die Reise derart anzulegen, dass alle teilnehmen können, auch diejenigen die nicht mehr so gut zu Fuss sind und man sich beim gemeinsamen Mittagessen zusammenfinden kann. Dies ist im vorliegenden Fall gut gelungen mit Ausnahme des asphaltierten Wanderweges, der nicht so begeistern konnte, doch unser Vorstand hat immer noch die Möglichkeit sich bei der Reise im kommenden Jahr zu steigern.
Vor der Abfahrt schlug unser Chauffeur vor, statt einer direkten Heimfahrt einen kleinen Umweg über den Längenberg einzuschlagen, dies, auf Anfrage zum gleichen Preis. Die Korona stimmte diesem Vorschlag zu, wenngleich die Ankunft in Aarberg etwas später sein würde. So führte uns der Weg über Schangnau –Schallenberg über Aare- und Gürbetal, dann hinauf nach Riggisberg und über den Längenberg nach Köniz, dieses wurde elegant umfahren um über Niederwangen die alte Kantonstrasse Bern – Murten zu erreichen und anschliessend über die Strasse nach Wohlen dem Ziel Aarberg zuzustreben.
Diese Routenwahl ermöglichte es dem Berichterstatter, den Car an seiner neugestalteten Posthaltstelle zu verlassen. Die restlichen zwei Kilometer wurden dem vernehmen nach ohne Zwischenfall gemeistert. Damit gehört die erfolgreiche Reise bereits der Vergangenheit an.
Es bleibt mir nur noch die angenehme Pflicht im Namen aller Teilnehmern den beiden Reiseleitern Hans und Fritz den besten Dank für Planung und Organisation der Reise auszusprechen.
Fred Kohler
August 2011
Jahresbericht 2010 der Seniorenriege
Wie heisst es doch so schön: „kaum hat das Jahr begonnen, ist es schon wieder zu Ende“. Dazu kommt, dass mit diesem Jahr auch „meine Regierungszeit“ zu Ende geht. Lassen wir nun das verflossene Jahr Revue passieren.
Frisch gestärkt von den Köstlichkeiten der Festtage – oder noch etwas träge davon - begannen wir am 04.01. mit dem Turnen. Der Besuch der Abende entsprach unseren Erwartungen und unsere Vorturner legten sich ins Zeug; galt es doch beim einten oder anderen ein paar Pölsterchen zum Verschwinden zu bringen oder da und dort aufgetretene Steifigkeit zu lockern.
Als zusätzliches Angebot führten wir versuchsweise eine Mittwochwanderung ein. Sie war gedacht, älteren Kollegen welchen die Turnstunden zu streng sind, oder solchen, welche Schicksalsschläge zu verarbeiten haben, das Zusammensein mit Gleichgesinnten und etwas Abwechslung im Tagesablau zu ermöglichen.
Ferienbedingt fand unsere HV erst am 15.02. statt.
Die 33 Anwesenden stimmten sich mit einem Apero auf die vom Sonnenwirt offerierten Zanderchnusperli ein. Diese noble Geste sei nochmals mit einem grossen MERCI verdankt. Die neun Traktanden wurden in einer knappen Stunde abgehandelt, so dass für den zweiten Teil noch genügend Zeit verblieb.
Nach viermal Turnen stand am 29.03. ein Badeplausch auf dem Programm.
Wie immer gab es auch dieses Jahr wieder zwei Fraktionen. Die Wasserratten und die Jasser. Erstere wurden wie gewohnt „geschlaucht“, was nicht allen passte. Die Jasser hatten da keine Probleme, sie standen ihre Matchs ohne Ausfälle durch. Nach diesen Anstrengungen labte sich allgemein bei Zanderfilet oder Pouletbrust.
Als Neuerung stand dieses Jahr zusätzlich ein „Bildungstag“ auf dem Programm. Kapazitäten der Firma Meteotest erklärten uns das Wetter. Der Aufmerksamkeit der Anwesenden war zu entnehmen, dass das Geschehen in der Wetterküche für uns verständlich vorgetragen wurde.
Unklarheiten wurden in der Fragestunde geklärt. Nachdem wir vor Ort noch einen edlen Tropfen zum
Aperitiv genossen, verschoben wir uns per OeV zum Mittagessen ins alte Tramdepot. Auf der Nachhausefahrt waren keine Reklamationen zu hören, daraus kann geschlossen werden, dass alle mit dem Anlass zufrieden waren.
Zweimal Turnen und schon wieder stand ein Anlass an. Walter Bart organisierte als Maibummel eine Besichtigung des Kern-kraftwerkes Mühleberg. Was zu Beginn fehlte, war eine Leibesvisitation, ansonsten hatten wir das volle Programm einer Totalkontrolle zu überstehen. Die Verantwortlichen könnten dort einmal Anschauungsunterricht nehmen.
Ich bin mir sicher, sie hätten dann ihre Chaoten auch besser im Griff.
Man sieht und hört nichts und doch ist alles etwas unheimlich, wie man mit relativ wenig Ausgangsmaterial viel Energie gewinnen kann. Es wäre alles noch viel schöner, wenn die Halbwertzeiten kleiner und die Fortschritte in der Endlagerung grösser wären.
Genug der Bildung, jetzt ist wieder Turnen angesagt. An sechs Montagen wurden Muskeln gedehnt, Gleichgewicht trainiert, Leistung auf unserem Niveau erbracht und der Spieltrieb befriedigt. Auch das gemütliche Zusammensein nach dem Duschen bei einem Bier wurde von ca. 80% der in der Halle Anwesenden als Bereicherung wahrgenommen.
Vor den Sommerferien galt es noch die Turnfahrt auszuführen. Diesmal wollten wir wieder einmal hoch hinaus, der Gornergrat war unser Ziel. Ich will mich hier nicht in Details verlieren, diese hat unser (Profi)Reiseberichterstatter schon pointiert zu Papier gebracht.
Die Mittwochwanderung wurde leider – ausser der Ersten-immer von den gleichen Dreien durchgeführt. Man kann sagen, mangels Beteiligung wurde sie beerdigt. Mit den zwei Fred`s ging es zum Abschluss noch einmal recht zur Sache. Einen Zacken mehr und wir hätten das Seil gebraucht.
Sommerferien vom 12.07 – 09.08.
Der bekannt harte Kern der SR war sicher wieder in der Badi anzutreffen.
Wie viel dem Volleyballspiel gehuldigt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber sicher begab man sich danach zu einem kühlen Bier in den Garten der Sonne.
Am 16.08. begann der Turnbetrieb wieder. Mit 17,8 Teilnehmer als Durchschnitt der ersten sechsWochen lagen wir gegenüber dem Vorjahr etwas im Rückstand.
Seit geraumer Zeit bewegen sich zwischen Saurenhorn und dem Chutzen Menschenschlangen – fast wie Lemminge. Vor nicht allzu langer Zeit kannte
die höchste Erhebung des Frienisberges fast niemand, das hat sich mit dem Bau des Aussichtsturmes schlagartig geändert. Vorbei ist es mit der Ruhe und Beschaulichkeit, des Einen Freud – des Anderen Frust. Wie dem auch sei, die Senioren machten sich auf, den Turm zu besteigen. Dass nebst
dem Bestaunen des Panoramas auch der nicht
auffindbare Gipfelwein zu reden gab, war begreiflich. Die anschliessende Wanderung nach Frieswil überstanden dann doch alle. Mehrheitlich war man froh, von hier mit dem Postauto nach Aarberg zu gelangen. Merci Christian.
Wie Wolken entstehen und was sie alles bewirken, wissen wir seit einem halben Jahr. Nun wollen wir noch über die Sterne – oder was das gemeine Volk darunter versteht – etwas erfahren. Aber da hatten Erstere am 24.10. sowie am 18.10. etwas dagegen. Nun, das lässt sich ja alles einmal nachholen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Am 04.10.haben die Geburtstagskinder eingeladen. Gerber Liebu in seinem „Etablissiment“ verwöhnte uns ein weiteres Mal mit seinen Kochkünsten. Dass alles bis auf den letzten Cent von den 5 und 10ner Jahrgänger finanziert wurde, verdient ein herzliches Dankeschön.
Die Programme unserer „Schlauchmeister“ sorgten dafür, dass die überzähligen Kalorien wieder verschwanden und für neue Platz geschaffen wurde. Das Restaurant Rebstock in Wileroltigen war am 08.11. unser Zielort. Diesen Abend kann man mit ruhigem Gewissen als werteneutral bezeichnen. Zuvor aufgenommene Nahrung – sei es in fester oder flüssiger Form – wurde anschliessend gleich verbraucht. Entweder physisch beim Kegeln oder psychisch beim Jassen. Bei beiden Events waren die Resultate zweitrangig.
Bis und mit 20.12. hatte wieder der ureigenste Sinn der Riege den Vorrang. Den Abschluss bildete wie gewohnt unser Altjahrshöck, diesmal mit einem Menu Surpris und als Auflockerung einem visuellen Jahresrückblick.
Das Leben bietet sehr viel, nimmt uns aber am Schluss alles. Im März wurde Albert Brocco von seinem Leiden erlöst und im Mai starb Franz Weber im hohen Alter von 92 Jahren.Beide waren langjährige Turnkameraden; wir wollen ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.
Wie eingangs erwähnt, schliesst sich hiermit auch meine Zeit als Euer Obmann. Ich möchte nicht schliessen, ohne zuvor zu danken. Danke für die Unterstützung meinem Kassier/Sekretär Christian, ein grosses Dankeschön an unsere Leiter, welche uns Woche für Woche mit Engagement spannende und befriedigende Turnabende bieten und danke all jenen, die mich in irgend einer Form unterstützten.
Den Statistikfreaks hier noch ein paar Zahlen für das verflossene Jahr
Aarberg, 15.12.10
H.A. Haslinger
Turnfahrt der Seniorenriege am 5. Juli 2010 Zermatt – Gornergrat – Riffelberg
Es scheint sich langsam einzubürgern, mich mit der Aufgabe des Reiseberichterstatters zu betrauen. Es ist nebenbei bemerkt mein achter Bericht (vier für die MR, vier für die SR)
Doch nun zu unserer Reise. Nachdem endlich der Sommer mit seiner Wärme Einzug gehalten hat und sich das Wetter in der letzten Juniwoche durch ein solides
Hochdruckgebiet auszeichnete, war der vorgesehene Reisetermin vom Montag, 5. Juli nicht gefährdet. Nur 18 Kameraden konnten sich zur Teilnahme an der diesjährigen Reise durchringen. Meines Wissens ein neuer Minusrekord, an was mag dies liegen? War es die Höhe des Reisezieles, das Respekt einflösste oder ist es das Alter, welches Risikobereitschaft und Freude zur Teilnahme an solchen Anlässe beeinflusste?
Ungeachtet dessen fanden sich die Kameraden beim Bahnhof ein, um mit dem Zug über Lyss nach Bern zu fahren, wo die letzten Teilnehmer dazustiessen und unsere Reisegruppe komplettierten. Kurz darauf bestiegen wir den Zug in Richtung Wallis, zwei Fremdlinge mussten kurz auf die angeschlagene Reservation hingewiesen werden, worauf sie ihre Plätze räumten ohne dass es zu Handgreiflichkeiten kam. Mit dem neuen Basistunnel sind die Ziele im Wallis deutlich nähergerückt. Von Bern aus gelangt man in 55 Minuten nach Visp und in einer weiteren Stunde befindet man sich bereits in den Touristenorten Saas-Fee oder Zermatt.
Da der Berichterstatter zu sehr auf seine Notizen konzentriert war, entging ihm, dass sich seine Wanderstöcke auf der Gepäckablage selbständig machten und auf den ahnungslosen Christian herunterpurzelten, ohne glücklicherweise grösseren Schaden anzurichten.
Das schöne Wetter lockte naturgemäss auch an einem gewöhnlichen Wochentag noch weitere Reiselustige auf den Plan. In Thun stiegen unter anderen eine nicht endenwollende Seniorengruppe in den Zug. Ueber Spiez strebte unser Zug rassig dem Basistunnel zu.
Da tauchte plötzlich die Billettkontrolle auf. Ein erster Härtetest für die Reisleitung stand an. Unser Gruppenbillet lautete auf 18 Personen, wovon 4 mit GA angemeldet waren. Die pflichtbewusste Zugsbegleiterin fühlte nun den dringenden Wunsch die 4 GA’s zu sehen, die Ueberraschung folgte auf dem Fuss, zwei Kameraden hatten ein richtiges GA, zwei weitere aber nur je eine Tageskarte, dies bedeutet aber im Zusammenhang mit einem Kollektivbillet einen wesentlichen Unterschied. Es scheint sich hier zum einen ein gewisser Ausbildungsbedarf zu ergeben zum Thema“ was ist ein GA und was ist eine Tageskarte“, zum andern ist auch dem Vorstand ein leiser Vorwurf nicht zu ersparen, bei der Gestaltung der Einladung dem oben erwähnten Problem nicht vorausschauend Rechnung getragen zu haben. Zum Thema Einladung/Anmeldung ist an dieser Stelle noch anzufügen, dass künftig damit zu rechnen ist, dass nur korrekt und rechtzeitig angemeldete Kameraden an der Reise teilnehmen können.
Ungeachtet obig geschilderter Episode langten wir schon bald in Visp an. Der dichte Fahrplan gönnte uns auch hier keine Verschnaufpause, bereits 8 Minuten später befanden wir uns in den komfortabeln Wagen der Matterhorn-Gotthardbahn. Die Reisegeschwindigkeit war hier natürlich deutlich kleiner, was doch von Vorteil war, dass wir die vorbeiziehende Landschaft und die durchquerten Ortschaften intensiver geniessen konnten. Den Kennern der Gegend war natürlich bestens bekannt, dass das Wahrzeichen Zermatt’s das „Horu“ erst kurz vor der Einfahrt in Zermatt auszumachen ist. Doch heute hatten wir Pech, der imposante Gipfel geruhte sich in Nebel zu verhüllen. Dafür hatte die Reiseleitung, auf Verlangen besorgter Teilnehmer, eine kleine Akklimationspause eingelegt.
Gleich neben dem Bahnhof liessen wir uns in einem Restaurant gemütlich nieder um, etwas verspätet, den Vormittagskaffee zu geniessen. Auch in Zermatt haben modernste elektronische Hilfsmittel Einzug gehalten, unser Obmann verteilte Zutrittskarten für die Gornergratbahn
Er schärfte uns eindrücklich ein, dieser Karte gut Sorge zu tragen, da ohne Karte kein Zutritt zur Bahn und wichtig, auch kein Verlassen der Bahn möglich sei. Ich darf hier festhalten, dass doch alle Teilnehmer diesen anspruchsvollen Test erfolgreich bestanden.
Die Fahrt auf den Gornergrat ist wirklich eindrücklich, mit jedem Meter tauchen neue Gipfel und Gräte auf, das Klicken der vielen Fotoapparate, besonders der zahlreichen japanischen Touristen nahm schier kein Ende. Das „Horu“ jedoch hielt sich immer noch schamhaft mit einem Wolkenfetzen bedeckt.
Auf dem Gornergrat angelangt, liessen wir die Arena der zahlreichen Viertausender auf uns einwirken, anschliessend verschoben wir uns ins Restaurant.
Hier erwartete uns eine gemütliche Ecke wo wir uns zur Befriedigung der leiblichen Genüsse niederliessen. Die Zuteilung der bestellten Menu’s Fisch oder Fleisch ging reibungslos vonstatten. Das Verzehren der Speisen hatte zur Folge, dass der Gesprächspegel zurückging was gleichzeitig den Schluss zuliess, dass das Angebotene doch allgemein mundete. Ein feines Dessert rundete die Mahlzeit ab.
Doch schon bald hiess es von der Reiseleitung, dass ein Kaffee aus zeitlichen Gründen nicht mehr drinliege, da doch dem grösseren Teil der Teilnehmer noch der Abstieg nach dem Riffelberg bevorstand. Also Aufbruch und Marsch zum eigentlichen Gipfel, nun machte sich doch etwas Atemnot bemerkbar, da auch der Magen Sauerstoff zur Verdauung beanspruchte. Doch wir wollten uns das 360° - Panorama trotzdem nicht entgehen lassen,
Mittlerweile bot sich auch das Matterhorn fast wolkenlos dar. Ein Kamerad, der den Anschluss inmitten des Touristengetümmels verloren hatte, stiess dank der angegebenen Notrufnummer wieder zur Gruppe. Danach hiess es vom Gipfel Abschied nehmen und zum Marsch nach dem Riffelberg zu starten. Für die 500 m Höhendifferenz waren 1 ½ Stunden Marschzeit veranschlagt, was unserem Leistungsvermögen angepasst erschien.
So dachte auch ein Kamerad, trotzdem musste er sich wegen einer Schwäche, nach halber Strecke entschliessen ,die Gruppe zu verlassen, um auf der nahegelegenen Station Rotenboden die Bahn zu besteigen.
Kurz darauf erreichten wir den in vielen Kalenderbildern verewigten Riffelsee, wo sich bei windstillem Wetter das Matterhorn jeweilen prächtig zu spiegeln pflegt, leider war dies heute nicht der Fall, so dass wir ohne grosse Rast weiter marschierten zum Ziel Riffelberg.
Der Zug brachte uns ohne weitere Anstrengung nach Zermatt zurück. Vor dem Umsteigen auf die Matterhorn-Gotthardbahn, gönnten wir uns noch eine kleine Erfrischung. In Visp überraschte uns die Reiseleitung erneut, wir wurden in den Bistrowagen befohlen. Ein Walliserteller samt zugehörigen Tropfen harrte unser, gespendet aus der Vereinskasse, wir liessen uns nicht zweimal bitten. Und schon wartete uns der nächste Höhepunkt der Reise. Der Obmann teilte uns mit, dass aufgrund des im Budget beschlossenen Betrages und der tiefen Teilnehmerzahl, die ganze Reise zu Lasten der Kasse gehe. Diese erfreuliche Mitteilung wurde mit einem kräftigen Applaus quittiert. Auf diese Weise verging die Reise nach Bern im Fluge. Kurz nach halb acht langten wir zu Hause an. Eine schöne Reise gehört nun schon der Vergangenheit an, schade haben sich nicht mehr Kameraden zur Teilnahme entschliessen können. Im Namen aller Teilnehmer möchte ich unsern beiden Reiseleitern Hermann und Christian den besten Dank aussprechen für Planung und Organisation dieser Reise.
Fred Kohler
August 2010
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